Die Menschen dort (Donauschwaben) waren aus ihrer Heimat vertrieben worden, weil sich nahezu alle Staaten des Ostblocks als kollektive Strafe für den von deutschem Boden ausgehenden 2. Weltkrieg ihrer deutschstämmigen Bevölkerung entledigen wollten.
Innerhalb weniger Tage hatten die Menschen sich am Bahnhof einzufinden und mit einem Gepäck von maximal 50 kg in Güterwaggons zu begeben. Der Zug fuhr dann - mit zunächst unbekanntem Ziel - los und wurde nach mehreren Tagen und einigen Zwischenhalten in Grebenstein abgestellt.
Die Bürgermeister aus 17 Gemeinden des Altkreises Hofgeismar hatten sodann Fuhrwerke zu entsenden, um die Menschen abzuholen. Sie wurden in den Dörfern dann verteilt und in Zimmer und Kammern einheimischer Familien eingewiesen. Das erfolgte nicht immer mit großer Gegenliebe. Teilweise waren erhebliche Vorurteile gegenüber den Neubuürgern noch über Jahre hinweg festzustellen.
Bei den Gemeinden im Altkreis handelte es sich um Beberbeck, Burguffeln, Calden, Carlsdorf, Ehrsten, Frankenhausen, Grebenstein, Hombressen, Meimbressen, Obermeiser, Ostheim, Schachten, Sielen, Udenhausen, Vaake, Veckerhagen und Westuffeln.
Beispielhaft waren es im Dorf Obermeiser 59 Personen, die am 03.06.1946 aufgenommen und untergebracht wurden.
Nach erfolgreicher Integration leben auch heute noch viele Nachkommen der Donauschwaben in den genannten Orten in unserem Landkreis. Ein Ortsbezirk in Calden trägt umgangssprachlich immer noch die Bezeichnung "Paprikasiedlung", weil hier etliche Ungarndeutsche später siedelten und Häuser bauten.
Zur gemeinsamen Erinnerung und zum Gedenken der Opfer hat der Partnerschaftsverein Calden in der Zeit vom 20.5. - 28.5.2026 eine Reise nach Rackeve und Szigetujfalu unternommen. Dort erfolgte unter anderem in der Kirche Sankt Leonhard ein Gedenkgottesdienst in deutscher und ungarischer Sprache und eine Kranzniederlegung. Zusammen mit den ungarischen Partnern wurde der Ereignisse gedacht und die Gäste aus Deutschland wurden im Anschluss mit einem Kulturprogramm unterhalten. Die Reisegruppe aus Deutschland umfasste rund 40 Personen.