Treffpunkt war ein ehemaliger Parkplatz an der Rasenallee nahe Schloss Wilhelmsthal. Bereits dort zeigte sich ein Problem, das die Forstbetriebe immer wieder beschäftigt: die illegale Entsorgung von Grünschnitt im Wald. Neben Gartenabfällen lagen auch Plastiksäcke am Waldrand. Solche Ablagerungen schaden nicht nur dem Landschaftsbild. Über Gartenabfälle können zudem nicht heimische Pflanzenarten in sensible Waldgebiete gelangen und sich dort ausbreiten. Besonders invasive Arten wie der Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) oder das Indische Springkraut verursachen immer wieder einen hohen kostenintensiven Bekämpfungsaufwand. Die Bevölkerung wird daher gebeten, Grünschnitt über die Biotonne oder die dafür vorgesehenen Sammelstellen zu entsorgen.
Während der anschließenden Waldbegehung erläuterte Florian Horst die verschiedenen Markierungen, die an den Bäumen angebracht werden. Sie dienen den Forstmitarbeitern als Orientierung bei den Arbeiten im Bestand. Ein schräger roter Strich kennzeichnet beispielsweise Bäume, die gefällt werden sollen. Teilweise wird zusätzlich die vorgesehene Fällrichtung markiert, um benachbarte wertvolle Bäume zu schützen.
Weitere Markierungen werden inzwischen in einem gut sichtbaren Hellblau angebracht. Ein blauer Punkt kennzeichnet sogenannte „Jahrhundertbäume“, die aufgrund ihres besonders geraden Wuchses langfristig erhalten und gefördert werden. Sie können später einen erheblichen wirtschaftlichen Wert erreichen. Mit einem Plus markierte Bäume sind sogenannte Habitatbäume. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und tragen zur Artenvielfalt im Wald bei. Darüber hinaus wurden die Markierungen der Rückegassen erklärt. Diese festgelegten Fahrspuren ermöglichen den Einsatz schwerer Forstmaschinen, ohne unnötige Schäden am Waldboden oder am übrigen Baumbestand zu verursachen.
Der Weg führte vorbei an Hügelgräbern, entlang der Forstgrenze und durch unterschiedlich strukturierte Waldbereiche. Dabei wurden auch die verschiedenen Bodenverhältnisse sichtbar. Von verwittertem Buntsandstein bis hin zu oberflächennah anstehendem Muschelkalk reicht die geologische Vielfalt des Caldener Waldes. Diese Unterschiede beeinflussen maßgeblich die Zusammensetzung des Baumbestandes. Während sich Buchen auf Muschelkalk besonders wohlfühlen, bevorzugen andere Baumarten die feuchteren Standorte des Buntsandsteins.
Insgesamt präsentierte sich ein artenreicher Mischwald in einem vergleichsweise guten Zustand. Dennoch bleiben die Folgen der trockenen Jahre sichtbar. Um den Wald langfristig auf den Klimawandel vorzubereiten, wird verstärkt auf die Einbringung klimaresilienter Baumarten geachtet. Trotz mancher Schäden lautet die Einschätzung des Försters: Dem Caldener Wald geht es insgesamt noch recht gut.
Über die Rasenallee führte die Route schließlich zu einem vielen Bürgerinnen und Bürgern kaum bekannten Ort: dem vierten Jagdstern im Caldener Wald. Vor Ort wurde deutlich, dass einzelne Achsen freigeschnitten werden müssen, damit sie künftig wieder als Rückegassen genutzt werden können. Die drei weiteren Jagdsterne befinden sich im Bereich des Tiergartens und sind vielen Spaziergängern und Wanderern bekannt.
Zum Abschluss ging es durch naturbelassene Waldabschnitte zurück zu den Fahrzeugen. Totholz, Pilze und junge, von selbst aufgewachsene Bäume zeigten eindrucksvoll, wie wichtig natürliche Entwicklungsprozesse für einen gesunden Wald sind. Die gewünschte und geförderte Naturverjüngung trägt wesentlich dazu bei, den Wald nachhaltig zu stärken und für kommende Generationen zu erhalten.
Der Ortsbeirat Calden bedankt sich bei Florian Horst für die informative Führung sowie die Zeit, die er sich für diesen Einblick in die Arbeit des Gemeindewaldes genommen hat.