Ortsbeirat Calden verabschiedete Herbert Günthner als Ortsvorsteher | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Mit der letzten Sitzung des Ortsbeirates Calden in der Legislaturperiode 2021–2026 endete nicht nur eine politische Amtszeit, sondern zugleich eine außergewöhnlich lange Phase kommunalpolitischen Wirkens in Calden. Für Ortsvorsteher Herbert Günthner war es eine Sitzung mit besonderer persönlicher Bedeutung: Nach drei Amtsperioden an der Spitze des Ortsbeirates sowie vielen weiteren Jahren zuvor als engagiertes Ortsbeiratsmitglied und Umweltbeauftragter leitete der 85-Jährige seine letzte Sitzung in dieser Funktion.

Ortsbeirat Calden verabschiedete Herbert Günthner als Ortsvorsteher

Zu Beginn der Sitzung machte Günthner deutlich, dass dieser Abend für ihn etwas Besonderes sei. In seinen abschließenden Worten dankte er insbesondere seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Ortsbeirat Calden für die vertrauensvolle Zusammenarbeit während der gesamten Amtszeit. Ein Ortsbeirat könne nur erfolgreich arbeiten, wenn Gemeindevertretung, Gemeindevorstand und Verwaltung unterstützend zusammenwirkten – ohne diese Zusammenarbeit bleibe kommunalpolitisches Engagement wirkungslos, so Günthner.

Aus Alters- und Gesundheitsgründen habe er sich entschieden, bei der kommenden Kommunalwahl nicht erneut zu kandidieren. Mit 85 Jahren zählt Herbert Günthner zu den ältesten amtierenden Ortsvorstehern in Hessen – möglicherweise sogar bundesweit.

Rückblickend zog er eine positive Bilanz seiner langjährigen kommunalpolitischen Arbeit. Nicht immer seien Entscheidungen leicht gefallen, manches Mal habe es gegolten, „dicke Bretter zu bohren“. Besonders am Herzen lag ihm dabei stets die Unterstützung der örtlichen Vereine und insbesondere deren Jugendarbeit, die über viele Jahre hinweg ein fester Bestandteil der Ortsbeiratsarbeit gewesen sei.

Zu den sichtbaren Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit des Ortsbeirates zählen unter anderem der Bau und die Fertigstellung zweier Schutzhütten entlang der Wanderwege in der Gemarkung, die Unterstützung des Genuss-Marktes – unter anderem durch den Bau von drei Verkaufsständen –, zahlreiche Baumpflanzaktionen sowie Umwelt- und Aktionstage mit Beteiligung der Kindergartenkinder. Ebenso wurden Ruhebänke in der Gemarkung aufgestellt und gepflegt, das Ehrenmal erhalten und die jährlichen Volkstrauertagsveranstaltungen gestaltet.

Weitere Projekte waren die Renovierung und Aufwertung des Bushäuschens im Oberweg zu einem kleinen Bürgertreffpunkt sowie die Neugestaltung des Wilhelmsthaler Platzes. Hinzu kamen zahlreiche Ortstermine mit Bürgerinnen und Bürgern, etwa zu Bordsteinsanierungen oder Verkehrsthemen, regelmäßige Vorschläge zur Haushaltsplanung sowie die kritische Begleitung der Verkehrssituation im Zuge der Ortsumgehung B7 und der Sanierung der Wilhelmsthaler Straße. Auch Friedhofsangelegenheiten gehörten über Jahre hinweg zu den behandelten Themenfeldern. All dies habe viel Zeit, Energie und persönliches Engagement erfordert, so Günthner rückblickend.

Ein zentraler Grundsatz seiner Arbeit sei stets gewesen, dass im Ortsbeirat die Sache im Vordergrund stehen müsse – nicht parteipolitische Zugehörigkeiten. Dieser überparteiliche Ansatz habe wesentlich zu einer sachlichen und harmonischen Zusammenarbeit im Gremium beigetragen.

In seinen Dankesworten stellte Herbert Günthner seine Ehefrau Annemarie an erste Stelle. Ohne ihre Unterstützung hätte er dieses langjährige Engagement nicht leisten können. Sie habe ihn über viele Jahre hinweg begleitet und insbesondere bei der Vorbereitung der Sitzungen tatkräftig unterstützt. Sein weiterer Dank galt allen Weggefährten, darunter den Umweltbeauftragten, den Handball-Oldies, der Feuerwehr sowie zahlreichen Helferinnen und Helfern aus Politik, Vereinen und Bürgerschaft.

Besonders würdigte er die stets harmonische Zusammenarbeit innerhalb des Ortsvorstandes sowie die konstruktive Unterstützung durch Gemeindeparlament, Gemeindevorstand und Verwaltung. Sein ausdrücklicher Dank galt dabei auch Bürgermeister Maik Mackewitz, mit dem die Zusammenarbeit stets konstruktiv und freundschaftlich gewesen sei – verbunden mit dem Wunsch, dass diese gute Zusammenarbeit auch künftig fortgeführt werde.

Im Anschluss würdigten die Mitglieder des Ortsbeirates das langjährige Engagement ihres Ortsvorstehers und verabschiedeten Herbert Günthner mit einem Präsentkorb. Sie hoben insbesondere sein unermüdliches Wirken für die Caldener Gemeinschaft hervor. Für die Gemeinde ergriff die Erste Beigeordnete Susanne Ditzel das Wort und lobte die stets verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Ortsvorsteher, der jederzeit erreichbar gewesen sei.

Sichtlich bewegt bedankte sich Herbert Günthner abschließend nochmals für die über viele Jahre hinweg gelebte, harmonische Zusammenarbeit.

Mit seinem Ausscheiden endet im Ortsteil Calden eine prägende Ära ehrenamtlicher Kommunalpolitik. Herbert Günthners Wirken steht beispielhaft für bürgernahe, sachorientierte und überparteiliche Arbeit im Dienst der Gemeinschaft.