Der in 2009 eingerichtete ECO-Pfad Archäologie ist schon etwas in die Jahre gekommen und war in einem nicht mehr ordentlich begehbaren Zustand. Anfangs bestand die Idee, mit einer Schilder-Putzaktion den Weg wieder ansehnlich zu gestalten. Das hätte aber nicht gereicht, wie sich bei einer ersten Begehung zeigte.
In einem Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde Calden und dem Kultur- und Geschichtsverein Calden e.V. wurde der ECO-Pfad Calden generalsaniert. Das bedeutete über 30 Stunden ehrenamtliche Arbeit und Kosten von rund 1000 Euro für Material, die sich beide Seiten teilten.
Zwei Tage lang wurden sämtliche Schilder begutachtet und gezählt, dann ging es über etliche weitere Tage an die eigentliche Arbeit: Beschädigte Schilder wurden ausgetauscht, fehlende Schilder durch moderne alukaschierte Exemplare ersetzt. Außerdem galt es, Holzpfosten neu einzubetonieren sowie verbliebene Schilder und Infotafeln von Grund auf zu reinigen. Teilweise mussten auch Büsche zurückgeschnitten werden, um die Schilder wieder sichtbar zu machen. Zusätzlich wurde ein Schilder-Kataster erstellt und die Streckenführung an zwei Stellen etwas entzerrt.
Etwa 100 Schilder stehen entlang des ECO-Pfades, von denen 60 ersetzt werden mussten. Die alten Schilder waren zum Teil gänzlich verschwunden oder verbeult, teilweise handelte es sich noch um Holzschilder. Diese waren verfault oder ausgeblichen, andere mit Graffiti verunstaltet. Ein Schild wurde sogar von jemandem mit einer Motorsäge durchgeschnitten! Fehlende Schilder gab es an zwei entscheidenden Wegkreuzungen, so dass der Wanderer im Nichts stand.
Der ECO-Pfad ist nun wieder für Bürger und Gäste der Gemeinde Calden hergerichtet. Wir danken an dieser Stelle Eileen Schomburg und Steffen Temme von der Gemeinde Calden für das Organisatorische und Willfried Kahl und Sven-Oliver Dittrich für die ehrenamtliche Ausführung.
Was ist der ECO-Pfad Archäologie Calden?
Der ECO-Pfad Archäologie Calden ermöglicht eine Zeitreise über knapp 5500 Jahre – von der Jungsteinzeit bis zum 18. Jahrhundert. So kompakt in die Regionalgeschichte einzutauchen, gelingt nur an wenigen Stellen in Nordhessen.
Gestartet wird entweder am Schloss Wilhelmsthal oder direkt in Calden im Hegerweg. Dort sind Parkplätze und Beschreibungstafeln des Rundweges vorhanden.
Der ECO-Pfad selbst ist mit roten Pfeilen gekennzeichnet, die den Weg führen. Ein stilisiertes C steht für Calden, das C selbst wird durch symbolisierte Steine der Galeriegräber dargestellt.
Vom Start am Rokoko-Juwel Schloss Wilhelmsthal führt der Weg zu einem Beispiel höfischer Jagdgeschichte mit dem Tiergarten und den dazugehörenden Jagdsternen.
In diesem Waldgebiet, in dem Wildtiere speziell für die Jagd gehalten wurden, lud Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel zum höfischen Jagdvergnügen ein.
Bereits im Tiergarten finden sich bronzezeitliche Hügelgräber. Direkt am Waldrand mit Blick auf Calden empfängt den Wanderer die Jungsteinzeit mit einem Galeriegrab und vor allem mit dem durch Steinlandmarken kenntlich gemachten Erdwerk.
Die Galeriegräber verdeutlichen, dass die Gegend um Calden bereits früh besiedelt war. Dass der Raum Calden in der Jungsteinzeit von besonderer Bedeutung war, belegt das Erdwerk, dessen Ausmaße mit 14 ha Fläche beeindruckend sind.
Im Laufe des ECO-Pfades Archäologie Calden wechseln sich stille Waldstrecken mit Ausblicken auf die heutige Kulturlandschaft rund um Calden ab – neben der archäologischen Vielfalt bietet der Weg auch landschaftliche Abwechslung.
Der ECO-Pfad Archäologie Calden wurde vom Hessisch-Waldeckschen Gebirgs- und Heimatverein als geprüfter Wanderweg zertifiziert.
Für den ECO-Pfad (Länge ca. 6 bzw. 8 km) benötigen Sie rund 2 Stunden reine Gehzeit, um alle 6 Stationen zu erreichen.
28eb0583-fe96-48a1-a7fb-feb39b6b25d9Download einer Karte ist unter folgendem Link möglich:
Download KarteInsgesamt gibt es im Landkreis Kassel bislang 32 ECO-Pfade zu bewandern, eine Übersicht findet man unter www.eco-pfade.de