Rückblick: Beeindruckendes Quedlinburg | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Der erst vor vier Jahren gegründete Verein Judaica in Meimbressen hat sich inzwischen auch mit seinen Studienfahrten einen Namen gemacht. Fast 50 Interessierte, darunter auch eine Vielzahl von Nichtmitgliedern, folgten jetzt der Einladung zu einer Exkursion in die Welterbestadt Quedlinburg.

Rückblick: Beeindruckendes Quedlinburg

Text: Dorina Binienda-Beer

Auf dem Besuchsprogramm standen Führungen wahlweise durch das international renommierte Museum Lyonel Feininger und das historische Flächendenkmal des mittelalterlichen Stadtkerns. Wie kam es zur Museumsgründung für Werke eines der bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne ausgerechnet in einer kleinen Stadt am Harzrand, lautete eine der zentralen Fragen bei den Besuchern. Antworten lieferten beide Führungen: Der deutsch-amerikanische Künstler Lyonel Feininger (1871-1956), dessen Werke in der NS-Zeit als „entartet“ diffamiert wurden, ließ 1937 vor der Übersiedelung mit seiner jüdischen Ehefrau in die USA eine umfangreiche Sammlung seiner Druckgrafiken bei seinem Quedlinburger Freund Hermann Klumpp zurück. Dieser rettete den weltweit bedeutenden Bestand über den Krieg. 1986 und damit noch zu DDR-Zeiten wurde die Lyonel-Feininger-Galerie eröffnet. Heute gilt sie als Spezialmuseum für die Klassische Moderne und genießt Weltruf.

Erstaunen löste bei den Fahrtteilnehmern auch die Information im Zuge der Stadtführung aus, dass der historische Baubestand der 1000 Jahre alten Stadt Quedlinburg zum Ende der DDR-Zeit mit wenigen Ausnahmen beinahe der Abrissbirne zum Opfer gefallen wäre. Es mangelte am Geld ­- sowohl für dringende Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten an den Wohngebäuden als auch für den Abriss selbst. Das sollte sich nach der Wende ändern: 1994 wurde die Stadt in die UNESCO-Welterbeliste der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen. Rund 2000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und das beeindruckende Renaissance-Rathaus am weitläufigen Marktplatz zogen auch diese Besuchergruppe in ihren Bann.

Nach dem enormen Zuspruch zu der Bustour (mit der Firma Hecker/Liebenau) und etlichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer fühlt sich der Verein Judaica in Meimbressen bestärkt, seine Reihe der Studienfahrten fortzusetzen.